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Tauchen während der Schwangerschaft?

Schwanger am See. Tauchen oder doch lieber nicht?

Sehnsucht nach Tauchen während der Schwangerschaft

Bei Frauen die tauchen und schwanger werden, kommt unweigerlich die Frage auf ob Tauchen während der Schwangerschaft eine gute Idee ist oder eher nicht. Die kurze Antwort lautet: Sobald man erfährt, dass man schwanger ist, sollte mit dem nächsten Tauchgang bis nach der Entbindung, wenn alles abgeheilt ist gewarten werden. Natürlich ist das ein langer Zeitraum. Fast ein ganzes Jahr wo die Frau auf ihr Hobby verzichten muss, zum Wohle des Kindes!

Warum sollte auf das Tauchen während der Schwangerschaft verzichten werden?

Beim Tauchen nimmt der Druck zu und damit auch die Partialdrücke der eingeatmeten Gase. Es kommt zur Aufsättigung des Gewebes mit Stickstoff. Beim Auftauchen nimmt der Druck wieder ab, ebenso wie die Gaspartialdrücke. Das Gewebe fängt an sich zu entsättigen. Dabei entstehen die Stickstoffbläschen die abgeatmet werden.
Diese Stickstoffbläschen könnten die Gefässe der Nabelschnur verstopfen und so die lebenswichtige Zufuhr an Sauerstoff und Nährstoffen für das Kind verhindern. Dadurch könnte es zu Schädigungen des Kindes kommen.

Natürlich könnte man jetzt sagen, wenn der Stickstoffanteil ein Problem ist, tauche ich mit NITROX. Doch dies würde nur andere Probleme schaffen. Im NITROX-Gasgemisch wird ein Teil des Sticktoffes durch Sauerstoff ersetzt. Deswegen liegt während des Tauchens ein erhöhter Sauerstoffpartialdruck vor, welcher Auswirkungen auf die Lungenreifung und Augenentwicklung des Kindes haben könnte.

Und wie sieht es mit Apnoe aus?

Wenn das Gerätetauchen zu Problemen führen könnte, wäre Apnoe, also Freitauchen eine Alternative? Auch das ist leider keine gute Idee, da man hierbei logischerweise die Luft anhält. Das Kind kann mit Sauerstoff unterversorgt sein und somit Schädigungen erleiden.

Doch das ist alles nur Theorie, oder?

Einige fragen sich bestimmt warum sollte ich auf das Tauchen verzichten wenn es nur mögliche Folgen sind und nicht die Regel.

Um die Folgen des Tauchens auf Embryo und Foetus erfassen zu können, müsste man Studien mit 1000 während der Schwangerschaft tauchenden Frauen und 1000 während der Schwangerschaft nicht tauchenden Frauen durchführen und nach der Schwangerschaft die Daten der Fehlgeburten, Fehlbildungen und gesunden Kindern erheben. Da jedoch niemand leichtfertig ein Risiko aufnehmen würde, basieren die angenommenen Folgen auf theoretisch möglichen Folgen durch die Physiologie des Menschen und auf retrospektiven Untersuchungen, bei denen erhöhte Fehlbildungsraten festgestellt wurden.

Gibt es eine Alternative zum Tauchen?

Wenn Schnorcheln als Alternative betrachtet wird, kann dies gerne an der Wasseroberfläche ausgeübt werden. Natürlich ist es nicht das gleiche Gefühl, als wäre man unter Wasser aber man kann sich doch die schöne Unterwasserwelt anschauen.

Stillen und Tauchen?

Nach der Schwangerschaft kommt die Stillzeit. Da kommt unweigerlich die Frage auf, ob während dieser Zeit getaucht werden darf.
JA! Ab nun kann man wieder tauchen, es muss lediglich abgewarten werden bis die Wunden der Geburt (Kaiserschnitt, Dammriss,…) ganz abgeheilt sind.

Während des Tauchens sammelt sich Stickstoff in der Muttermilch. Dieser wird jedoch während des Stillens und im Magen des Kindes entsättigt, so dass es zu keiner Stickstoffaufsättigung beim Nachwuchs kommt. Desweiteren muss darauf geachtet werden, nach dem Tauchen ausreichend Wasser zu trinken, um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen, damit genügend Milch produziert wird.

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