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Keine Badeaktivitäten im Stausee bis Ende des Monats

Obwohl die Temperaturen seit Wochen sinken, soll man sich wegen den Blaualgen nicht im Stausee aufhalten, geschweige denn Fisch daraus essen und trotzdem wird es zur Trinkwasserversorgung genutzt…

Blaualgenwachstum

Diagramm Blaualgen-Anzahl pro ZeitDie Blaualgen konnten sich dank den hohen Temperaturen im Sommer  stark vermehren. Diese Vermehrung hört nicht schlagartig auf. Das Wachstum einer Algenpopulation ist exponnentiell (siehe Graphik), d.h. in dieser Zeit vermehren sie sich sehr stark. Danach verlangsamt sich das Wachstum. Die Anzahl an neuen Algen gleicht die Anzahl an gestorbenen Algen aus. In dieser Phase bleibt die Anzahl an Blaualgen konstant (Stagnation). Durch die hohe Anzahl an Blaualgen verschlechtern sich ihre Lebensbedingungen, deswegen fangen sie an zu sterben. Ihre Anzahl geht langsam zurück. Die Produktion von Giften fängt schon zu Beginn an, sie steigert sich nur mit der Anzahl an Blaualgen. Auch das Absterben der Blaualgen führt zum Freisetzen von Toxinen.

Microcystin – ein Lebergift

Viele Blaualgen setzen das Gift Microcystin frei. Dieses Gift ist sehr stabil durch seine chemische Struktur (zyklisches Hepatopeptid). Wird Microcystin aufgenommen, kann es zu Entzündungen des Magendarmtraktes und Durchfall führen. Nachdem es im Magendarmtrakt war, wird es zur Leber transprotiert, wo es große Schäden anrichten kann. Microcystin ist ein Gift das vor allem die Leber angreift. Es kann aber auch in den Blutkreislauf gelangen. Wenn es im Blut ist kann es einerseits auch die Nieren befallen, da diese das Blut reinigen und andererseits kann es ins Gehirn gelangen und neurologische Schäden bewirken.

Da man keine Giftstudien an Menschen durchführen darf, sind alle beschriebenen Auswirkungen von Mikrocystin auf Fälle zurückzuführen, wo sich Menschen unabsichtlich mit diesem Toxin vergiftet haben. Anhand von diesen Daten wurde von der WHO eine Richtlinie für die maximal zulässige Konzentration an Microcystin im Trinkwasser erlassen. Diese beträgt 1µg/L.

Warum darf man das Wasser trinken aber keinen Fisch aus dem Stausee essen oder im Wasser baden?

Die Blaualgen sind in den oberen Wasserschichten konzentriert. Dort ist die Konzentration an Gift am höchsten. In den unteren Wasserschichten gibt es wenige Blaualgen. Dadurch ist das Wasser, das zur Trinkwasserversorgung aus dem Stausee gepumpt wird, nicht stärker belastet als sonst auch. Blaualgen kommen immer vor, nur sind Algenblüten (massive Algenvermehrung) hier in Luxemburg selten. Das Trinwasser wird in mehreren Verfahren gesäubert (http://www.sebes.lu/Fr/Presentation/traitement.asp).

Auf den frisch gefangenen Fisch aus dem Stausee soll man zu recht verzichten. Warum? Fische fressen Plankton (kleine Fischlarven, Krebslarven, Algen,…). Das tierische Plankton hat sich schon vom pflanzlichen Plankton ernährt, d.h. Algen und Cyanobakterien gefressen. Wird dieses Plankton von einem Fisch gefressen sammelt sich das Gift im Fisch. Je größer der Fisch umso höher ist die Konzentration. Einer frisst den anderen, dies wird auch noch als Nahrungskette bezeichnet.

nahrungsketten

http://www.lake-jewel.net/de/biologie/allgemein/

Das Schwimmverbot ist weiterhin ernst zu nehmen da eine Microcystin-Konzentrationen von 300µg/L gemessen wurden. Warum man nicht im Stausee baden oder tauchen soll, haben wir in unserem News-Blog von September erläutert (http://www.divewinns.com/news/schwimmverbot-wegen-blaualgen-kann-man-trotzdem-tauchen/).

Hast du noch Fragen zu diesem Thema? Dann kannst du diese gerne in den Kommentaren stellen und Joëlle, unsere Expertin für Biologie-Fragen, wird sie dir gerne beantworten.

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